Global Newsletter #89

Stoppt das Gerangel! 🌍

Friday, June 14, 2024 by Extinction Rebellion

Rebell:innen und Aktivist:innen aus 9 panafrikanischen Bewegungen protestieren außerhalb des Afrika-Energiegipfels in London.

Diese Ausgabe: Spanische Rebellion | Stoppt das Gerangel um Afrika | Growth Kills! |

Liebe:r Rebell:in,

Der vergangene Monat war der wÀrmste Mai seit Beginn der Aufzeichnungen und markiert ein ganzes Jahr anhaltender globaler Temperaturrekorde, was erneut zeigt, dass das Wettersystem unseres Planeten aus den Fugen gerÀt.

WĂ€hrend 600.000 Menschen im SĂŒden Brasiliens durch beispiellose Überschwemmungen vertrieben wurden, erlebte der Norden des Landes eine rekordverdĂ€chtige Hitzewelle. In Deli starben Menschen bei 52,3°C an Hitzschlag, wĂ€hrend im Osten Indiens Menschen in den RegenfĂ€llen eines Zyklons ertranken.

Das ist die Welt, die uns die fossilen Brennstoffe beschert haben, mit extremen Wetterereignissen, die in fast allen Regionen der Welt Zerstörung anrichten. Es ist kein Wunder, dass Klimawissenschaftler:innen verzweifelt sind.

Eine Woche spanischer Rebellion endet mit einem Marsch durch Madrids Innenstadt.

Im letzten Monat erhoben sich aber auch Rebell:innen, um die fossile Brennstoffindustrie zu stĂŒrzen und zu verhindern, dass wir noch weiter in diese neue Norm tödlichen Wetters und Chaos abrutschen.

In Aktionshöhepunkte berichten wir ĂŒber eine spektakulĂ€re Woche der Rebellion in Spanien gegen Subventionen fĂŒr fossile Brennstoffe. Außerdem berichten wir, wie XR UK und eine Allianz afrikanischer Gruppen einen Geheimgipfel in London störten, bei dem Ölmanager die weitere AusplĂŒnderung Afrikas planten.

In Menschen fĂŒr XR sprechen wir mit einem bemerkenswerten jungen Rebellen, der sich in der vom Krieg zerrissenen Demokratischen Republik Kongo gegen die Ölindustrie auflehnt. In der SolidaritĂ€tsecke stellen wir 'Growth Kills' (Wachstum tötet) vor, eine neue Gruppe, die aufdeckt, wie unser wachstumsabhĂ€ngiges Wirtschaftssystem uns weiterhin an das Zeitalter der fossilen Brennstoffe fesselt.

Growth Kills blockiert die EuropÀische Kommission im Vorfeld der EU-Wahlen.

Zum Schluss noch eine erfreuliche Nachricht: Eine IPCC-Klimaforscherin wurde zur ersten PrÀsidentin Mexikos gewÀhlt. Damit gelange erstmals eine Frau und zugleich eine Klimaforscherin an die Spitze eines Landes.

FĂŒr ein Land, das unter einer Reihe tödlicher Hitzewellen leidet und dessen Hauptstadt kurz davor steht, kein Wasser mehr zu haben, kann das Ende des „business-as-usual“ nicht frĂŒh genug kommen. Wenn sie sich von ihrem VorgĂ€nger, ein BefĂŒrworter fossiler Brennstoffe, distanziert und die grĂŒnen Versprechen ihres Wahlkampfs erfĂŒllt, hĂ€tten wir endlich eine WeltfĂŒhrungskraft, an die wir glauben können.


Dieser Newsletter ist in mehreren Sprachen verfĂŒgbar. Verwende das Globus-Symbol (oben rechts), um die Sprache zu wechseln.

Diesen Newsletter abonnieren

Dieser Newsletter wird dir von XR Global Support, einem weltweiten Netzwerk von Rebell:innen, die unsere Bewegung wachsen lassen, zur VerfĂŒgung gestellt. Wir brauchen Geld fĂŒr diese wichtige Arbeit.

Spende, was du kannst


Inhalte

  • Aktionshöhepunkte: Spanische Rebellion, Stoppt das Gerangel um Afrika
  • AktionsĂŒberblick: Niederlande, Irland, USA, Australien, Deutschland, DRK, Bolivien, SĂŒdafrika, Frankreich, Indien, Vereinigtes Königreich, Uganda
  • SolidaritĂ€tsecke: Growth Kills!
  • Buch des Monats: World Made By Hand (Eine Welt von Hand gemacht)
  • Menschen von XR: François, DRC
  • Lesenswert: Equinor-Rede, Klimawissenschaftler verzweifeln, Kosten der Krise
  • AnkĂŒndigungen: XR Global Support-Positionen sind frei

Aktionshöhepunkte

Spanische Rebellion endet mit großem Finale in Madrid

18 MAI, 26 MAI-2 JUNI | Madrid, Barcelona, Pamplona, GijĂłn, Spanien

Rebell:innen aus ganz Spanien ziehen mit einer Ölplattform und einem Baum durch Madrid. Foto: Mar Sala

Madrid verwandelte sich zu einem Festival der Farben, Musik, TĂ€nze und Unruhen, als Rebell:innen aus ganz Spanien in die Hauptstadt strömten, um ein Ende der Subventionen fĂŒr fossile Brennstoffe zu fordern.

Mehr als 150 Aktivist:innen besetzten Gran VĂ­a, die berĂŒhmteste Straße der Stadt, und boten verblĂŒfften EinkĂ€ufer:innen und der Polizei eine Show mit einer Ölquelle, einer vorgetĂ€uschten Ölpest, einem Die-In (Liegen-Demonstration) und einem riesigen Baum, der einen neuen Weg fĂŒr die Menschheit darstellen sollte.

Anschließend zogen die Rebell:innen mit ihrem Baum durch das Zentrum von Madrid und hielten an einem der belebtesten öffentlichen PlĂ€tze der Stadt, um dort Reden anzuhören und Blumen auf die Pflastersteine zu legen. Obwohl unangemeldete Proteste in Spanien illegal sind, kamen geschickte Vermittler der Rebell:innen schnell auf die Polizei zu, und es gab keine Verhaftungen oder Geldstrafen.

Die XR Barcelona besetzte den Hafen, wĂ€hrend Rebell:innen Megayachten besprĂŒhten.

Die Kundgebung war fĂŒr XR Madrid die grĂ¶ĂŸte Aktion seit der Pandemie und bot einen spektakulĂ€ren Abschluss einer Woche landesweiter Rebellion, die im Rahmen der Kampagne Stop EU Fossil Subsides gestartet wurde.

Am Anfang der Woche schlossen sich Rebell:innen in Barcelona der Scientist Rebellion an und besprĂŒhten mehrere Megayachten mit schwarzer, biologisch abbaubarer Farbe, um die Verschmutzung durch den Luxustourismus in einer Region zu verurteilen, die seit drei Jahren unter extremer DĂŒrre leidet.

XR Pamplona ĂŒberzog ihre Stadt mit Wandmalereien, die fiktive Bösewichte wie Freddy Krueger und Chucky zeigten, die die Fortsetzung fossiler Subventionen forderten. Im Norden des Landes blockierte XR Asturies ein großes Stahlwerk in GijĂłn und machte darauf aufmerksam, dass die Stahlindustrie intensiv auf fossile Brennstoffe zurĂŒckgreift.

Und an dem Tag, an dem die spanische Regierung offiziell den Staat PalĂ€stina anerkannte, organisierte XR Madrid gemeinsam mit anderen Gruppen an einem großen Bahnhof eine Sitzblockade. Damit wollten sie die Heuchelei ihrer Regierung anprangern, die trotz Anerkennung weiterhin GeschĂ€fte mit Israel betreibt.

XR Asturies blockieren den Eingang zu einem Stahlwerk. Foto: David Aguilar SĂĄnchez

XR Madrid wurde von der Pandemie schwer getroffen und zusĂ€tzlich erschĂŒttert, als sich herausstellte, dass ein engagierter Rebell im Jahr 2023 als Polizeispitzel fungierte. Im Februar dieses Jahres wurde die Gruppe zu einer Geldstrafe von ĂŒber 20.000 Euro verurteilt, nachdem sie versucht hatte, die Abholzung von 600 BĂ€umen in einem öffentlichen Park zu verhindern.

Die Rebell:innen erwiesen sich jedoch als widerstandsfĂ€hig und sind erstaunt, wie erfolgreich sie XR Spanien vereint haben, um diese Rebellion voranzutreiben. Ihr Ziel ist es, weiterhin Verbindungen zu XR-Gruppen und anderen Bewegungen im ganzen Land aufzubauen sowie die Öffentlichkeit und die spanischen Medien auf die bereits stattfindende Klimakrise aufmerksam zu machen.

Folge XR Spanien mit diesem linktr.ee


Stoppt das Gerangel um Afrika!

14–15 MAI | London, GB

Rebell:innen und afrikanische Aktivist:innen versammeln sich außerhalb einer afrikanischen Energiekonferenz in London.

XR UK und verbĂŒndete Gruppen konfrontierten die Delegierten und machten viel LĂ€rm wĂ€hrend des Afrika Energiegipfels, einer dreitĂ€gigen Konferenz, auf der die FĂŒhrungskrĂ€fte der großen Ölkonzerne und ihre politischen Drahtzieher die Ausbeutung der verbleibenden Öl- und Gasreserven des Kontinents planten.

Der Ort des Gipfels wurde sogar vor den Delegierten bis 24 Stunden vor Beginn geheim gehalten, in der Hoffnung, die Demonstrant:innen in Schach zu halten. Doch die Rebell:innen warteten bereits vor dem Veranstaltungsort, als 500 Teilnehmer zum VIP-FrĂŒhstĂŒck zur Eröffnung eintrafen. Sie wurden von SicherheitskrĂ€ften beiseite geschoben, als sie versuchten, die EingĂ€nge zu blockieren.

Am nĂ€chsten Morgen schlossen sich die Rebell:innen panafrikanischen Organisationen an und begrĂŒĂŸten die nervösen Delegierten. Anschließend machten sie so viel LĂ€rm, dass die GesprĂ€che im Inneren gestört wurden. Nach einem Trompetenkonzert mit Vuvuzelas und einem Auftritt senegalesischer Trommler schalteten die Organisatoren des Gipfels die Polizei ein. Die Rebell:innen verhandelten mit den EinsatzkrĂ€ften, um Zeit fĂŒr Reden zu gewinnen und eine fingierte Preisverleihung fĂŒr die beteiligten korrupten Ölfirmen durchzufĂŒhren.

Die eintreffenden Delegierten mussten nicht nur Aktivist:innen, sondern auch die XR Oil Slickers passieren.

Die Referenten verglichen das letzte Gefecht um die Öl- und Gasreserven auf dem Gipfel mit der kolonialen AusplĂŒnderung Afrikas in den 1880er Jahren. WĂ€hrend Rohstoffkonzerne behaupten, sie wĂŒrden „Fortschritt“ bringen, exportieren afrikanische LĂ€nder bereits seit Jahrzehnten Öl - mit verheerenden Folgen.

Afrikas große Ölproduzenten wie Nigeria und SĂŒdsudan sind weiterhin von extremer Armut betroffen. 600 Millionen Afrikaner haben keinen Zugang zu Strom. Der Kontinent leidet unter den toxischen Folgen von Ölverschmutzungen und dem Abfackeln von Gas. Ganze Gemeinden wurden zerstört, um Platz fĂŒr Pipelines zu schaffen.

Afrika ist besonders anfĂ€llig fĂŒr den Klimawandel und könnte mit seinem reichhaltigen Solar- und Windpotenzial der erste emissionsfreie Kontinent sein. Doch das wollen die Rohstoffunternehmen nicht, und der Gipfel im nĂ€chsten Jahr in London ist bereits in Planung. Egal wo die Delegierten landen, Rebell:innen werden auf sie warten.

Folgen afrikanischen Aktivist:innen auf Stop EACOP, Alliance 4 Food Sovereignty Africa, Home of Mother Earth, 350africa, Power Shift Africa, Don't Gas Africa, Africans Rising


AktionsĂŒberblick

7 MAI | Amsterdam, Niederlande: Rebell:innen besetzen eine Lounge fĂŒr Vielflieger:innen am Flughafen Schiphol, blockieren den Eingang und ketten sich an einen Schalter. Sie verurteilten Fluggesellschaften wie KLM fĂŒr ihre Programme, die hĂ€ufiges Fliegen belohnen und fördern, und forderten stattdessen Geldstrafen fĂŒr das umweltschĂ€digende Verhalten.

9 MAI | Dublin, Irland: XR Irland stört das „Black Tie Dinner“ der Irish Funds Industry Association, zu deren Mitgliedern milliardenschwere Investoren fossiler Brennstoffe wie BlackRock, JPMorgan Chase und Citibank zĂ€hlen. Rebell:innen klebten sich an EingĂ€nge und zwangen die Anwesenden, durch ihre Demo zu gehen, um hineinzukommen. Einen ausfĂŒhrlichen Bericht findet ihr auf der XR Irland Webseite.

12 MAI | New York City (NYC), USA: 2023 gaben Amerikaner:innen 147 Milliarden Dollar fĂŒr ihre Haustiere aus, jedoch nur 1,2 Milliarden Dollar fĂŒr den Schutz gefĂ€hrdeter Wildtiere. XR NYC macht auf diese verzerrten PrioritĂ€ten aufmerksam, indem sie friedlich eine Hundeshow störten. Sie rannten auf einen Hundeangriffs-Parcours und entrollten ein Banner mit der Aufschrift „No Dogs on a Dead Planet“.

16. MAI | Adelaide, Australien: Hunderte von Aktivist:innen, darunter auch Rebell:innen, veranstalten am ersten Jahrestag der EinfĂŒhrung repressiver Anti-Protest-Gesetze ein Sit-in. Die Polizei verhĂ€ngte gegen 8 Demonstranten Geldstrafen, als sie sich weigerten, die Straße zu verlassen. Die neuen Gesetze bedeuten, dass die Höchststrafe fĂŒr die Behinderung eines öffentlichen Ortes von 750 Dollar auf 50.000 Dollar oder 3 Monate GefĂ€ngnis gestiegen ist. Foto: Peter Barnes

17 MAI | Berlin, Deutschland & Butembo, DRK (Demokratische Republik Kongo): Rebell:innen demonstrieren gleichzeitig in Deutschland und der DRC, um darauf aufmerksam zu machen, wie die kongolesische Bevölkerung von Technologieunternehmen aufgrund ihrer natĂŒrlichen Ressourcen ausgebeutet wird. Ein Apple-GeschĂ€ft in Berlin wurde besprĂŒht, wĂ€hrend sich mehr als 200 Aktivist:innen davor versammelten. Zur gleichen Zeit marschierten Rebell:innen durch Butembo in der DRK. Sie forderten, dass der Virunga-Nationalpark vor der Öl- und Gasförderung geschĂŒtzt wird und die Welt erkennt, dass ein ökologischer Wandel nicht mit dem Blut der kongolesischen Bevölkerung beschmiert werden darf.

20. MAI | La Paz, Bolivien: Entsetzen ĂŒber die ethnische SĂ€uberung der PalĂ€stinenser:innen durch Israel treibt einen Großmarsch durch die bolivianische Hauptstadt. Rebell:innen schlossen sich einer Allianz von Demonstrant:innen an, um außerhalb der Botschaften der USA, Großbritanniens und Deutschlands gegen deren UnterstĂŒtzung des völkermörderischen zionistischen Imperialismus zu demonstrieren.

22 & 24 MAI | Kapstadt & Vanderbijlpark, SĂŒdafrika: Zum Internationalen Tag der BiodiversitĂ€t protestiert XR Cape Town gegen den Einsatz von krebserregenden Pestiziden auf Straßen, in Parks und anderen öffentlichen Bereichen. Einige Tage zuvor versammelten sich XR Vaal und VerbĂŒndete vor der Jahreshauptversammlung des örtlichen Stahlherstellers ArcelorMittal und forderten eine dekarbonisierte Zukunft.

24 MAI | Paris, Frankreich: Im Rahmen der LiquidationTotal-Kampagne versammeln sich 600 Aktivist:innen aus ganz Frankreich vor Amundi, dem grĂ¶ĂŸten Vermögensverwalter Europas und HauptaktionĂ€r von TotalEnergies. Die Demonstrant:innen strömten in das Foyer von Amundi, wĂ€hrend das Unternehmen seine Jahreshauptversammlung abhielt. Die Bereitschaftspolizei reagierte gewaltsam, schlug und zerrte Menschen und verhaftete wahllos 200 Personen aufgrund ĂŒbertriebener Anschuldigungen. 50 von ihnen wurden sechs Stunden lang in einem Bus festgehalten; viele weitere wurden am Straßenrand eingekesselt. XR France bereitet nun einen Rechtsfall gegen die französische Polizei aufgrund ihrer Gewalt vor.

25 MAI | Global: Mothers* Rebellion hĂ€lt ihre 5. globale Rebellion ab, bei der MĂŒtter und VerbĂŒndete in 75 StĂ€dten in 26 LĂ€ndern Kreise bildeten. Im Bild: Delhi, Indien.

26 MAI-2 JUNE | UK und Global: XR UK blockiert den grĂ¶ĂŸten Privatjet-Flughafen des Landes. Stative, Schleusen und ein rosa Boot wurden eingesetzt, um die Aktion aufrechtzuerhalten. Sie war Teil einer weltweiten Protestwelle gegen Privatjets, bei denen FlughĂ€fen in 8 LĂ€ndern angegriffen wurden. Diese Aktionen fanden statt, nachdem eine neue Studie ergeben hatte, dass die Klimaemissionen des Luftverkehrs 50 % höher sind als bisher angenommen.

27 MAI | Kampala, Uganda: Aktivist:innen und VerbĂŒndete von „Stop EACOP“ werden festgenommen, weil sie friedlich vor der chinesischen Botschaft protestierten. Die Kundgebung wurde aufgrund Berichten organisiert, wonach der chinesische Staat erwĂ€gt, in die EACOP-Pipeline zu investieren. Die Demonstrant:innen standen vor der Botschaft und warteten darauf, den Beamten eine Petition zu ĂŒberreichen, doch die Polizei trieb sie stattdessen zusammen und inhaftierte sieben ĂŒber Nacht.


SolidaritÀtsecke: Growth Kills

Growth Kills, Scientist Rebellion und XR Belgien starten ihre 3-tÀgigen Aktionen vor den EU-Wahlen.

BrĂŒssel, die Stadt mit der weltweit zweitgrĂ¶ĂŸten Lobbyistendichte, ist zu einem Drehkreuz fĂŒr „Business-as-usual“ geworden. Aus diesem Grund hat Growth Kills, eine Gruppe, die die gĂ€ngige Annahme ablehnt, dass Wirtschaftswachstum fortgesetzt werden muss, in den letzten 18 Monaten wiederholt Konferenzen gestört und GebĂ€ude in der Stadt blockiert

„Unsere Strategie besteht darin, Versammlungen zu stören, in denen die Macht konzentriert ist, und die Vortragenden zu zwingen, sich vor ihrem Publikum zu rechtfertigen“, sagt ein Organisator. „Zu unserem Erstaunen haben wir sogar von einigen Zuhörer:innen Applaus bekommen. Das zeigt, wie lĂ€cherlich das Wachstum-um-jeden-Preis-Narrativ geworden ist.“

Growth Kills hat fĂŒnf Forderungen an die EU-Institutionen: die Abkehr vom BIP als Wohlstandsindex, die Schaffung einer souverĂ€nen BĂŒrgerversammlung, die ĂŒber unsere gemeinsame Zukunft entscheidet, Gesetze, die Unternehmen dazu bringen, die wahren sozialen und ökologischen Kosten ihrer AktivitĂ€ten zu tragen, das Ende des ĂŒbermĂ€ĂŸigen Konsums und der Werbung, die ihn antreibt, sowie die RĂŒckgabe der wichtigsten Ressourcen an die Allgemeinheit, damit sie fĂŒr alle frei sind.

Ein Aktivist von Growth Kills blockiert die EuropÀische Kommission.

Im Vorfeld der EU-Wahlen hat Growth Kills zusammen mit XR Belgien und Scientist Rebellion drei Tage lang Aktionen durchgefĂŒhrt. Sie fordern eine Wirtschaft, in der die Grenzen des Planeten und das Wohlergehen aller Vorrang vor den Profiten einiger weniger haben.

Der Höhepunkt war eine Blockade der EuropĂ€ischen Kommission, bei der sich Aktivist:innen ihre HĂ€nde an den Eingang festklebten und so Mitarbeiter:innen am Betreten des GebĂ€udes hinderten und Transparente schwenkten, auf denen grĂŒnes Wachstum und das BIP verhöhnt wurden. Ein riesiges Plakat mit der Aufschrift "The Future is Degrowth" wurde am GebĂ€ude angebracht.

Growth Kills legte großen Wert auf die Einbeziehung der Öffentlichkeit. Die Gruppe nahm sich fĂŒr einen Dialog mit Passant:innen Zeit und veranstaltete einen öffentlichen Workshop, um Degrowth zu entmystifizieren und eine positive, praktische Vision fĂŒr die Zukunft zu prĂ€sentieren. Das Ergebnis waren Dutzende neuer Mitglieder und sogar die UnterstĂŒtzung eines fĂŒhrenden IPCC-Wissenschaftlers.

Growth Kills spricht in einem belebten Einkaufszentrum in BrĂŒssel mit der Öffentlichkeit.

„FrĂŒher haben wir bei öffentlichen Veranstaltungen wie dieser nicht viel Zuspruch erhalten, aber das hat sich mit der Kampagne "Wachstum tötet" geĂ€ndert. Die Menschen nehmen wirklich Kontakt zu uns auf und bringen ihre Angst und ihr Leid zum Ausdruck. Sie sind auf der Suche nach einer VerĂ€nderung, einer Vision fĂŒr etwas Besseres. Ich habe das GefĂŒhl, dass wir uns einem Paradigmenwechsel nĂ€hern“, sagte der Organisator.

Growth Kills glaubt, dass Aktivismus den Menschen helfen muss, die planetenschĂ€digende Ideologie des Kapitalismus in Frage zu stellen und unsere kollektive Vorstellungskraft zu nutzen, um eine glĂŒckliche Welt zu schaffen. Wo immer man sich auf dem Planeten befindet, es gibt ein Aktions-Toolkit der einem hilft, eine Growth Kills-Gruppel zu grĂŒnden.

Schließe dich Growth Kills an und folge ihrer Kampagne auf X.


Buch des Monats

World Made by Hand (Welt von Hand gemacht), von James Howard Kuntsler

In diesem Roman, dem ersten einer Serie, findet eine kleine Gemeinde im Nordosten der ehemaligen Vereinigten Staaten, nach dem Zusammenbruch der Zivilisation, langsam zur NormalitĂ€t zurĂŒck. Der Zusammenbruch scheint eine wirtschaftliche und politische Krise gewesen zu sein, die einen Wendepunkt erreicht hat - die genauen UmstĂ€nde bleiben jedoch vage. Deutlich ist aber, dass die Ära fossiler Brennstoffe ihrem Ende zugeht oder schon fast vorbei ist.

Die daraus entstehende Welt ist dĂŒster, aber nur weil die Rahmenhandung voller UmwĂ€lzungen und Tragödien ist und die Menschen grĂ¶ĂŸtenteils Idioten sind. Der Mangel an fossilen Brennstoffen selbst sieht nicht schlecht aus. Die Geschichte entwickelt sich langsam, aber solide, die Charaktere sind faszinierend und die Welt ist detailliert ausgearbeitet und ĂŒberwiegend glaubwĂŒrdig.

Leider handelt das Buch nur von Weißen. Ob der Ausschluss nicht-weißer Charaktere und die Marginalisierung weiblicher Charaktere von Kunstler beabsichtigt oder einfach nur nachlĂ€ssig ist, könnte ein interessanter Diskussionspunkt sein. Doch so oder so, ist eine Voreingenommenheit zu erkennen.

World Made by Hand ist definitiv lesenswert, da es eine spannende Auseinandersetzung einer möglichen post-fossilen Zukunft bietet. Es zeichnet sich durch die ehrliche Anerkennung des Klimawandels als stĂ€ndiges Hintergrundelement aus, was in der Belletristik ungewöhnlich ist, und hat das Potenzial, wichtige Diskussionen anzustoßen.

Meide Amazon. UnterstĂŒtze lokale BuchlĂ€den. Kaufe deine BĂŒcher bei Bookshop oder Hive.


Menschen von XR

François, XR Rutshuru, Demokratische Republik Kongo

Mein Name ist François und ich bin ein junger Klima- und Menschenrechtsaktivist in der DRK. Zurzeit studiere ich nicht, weil in meiner Provinz Nord-Kivu seit Ende 2022 wieder ein bewaffneter Konflikt herrscht. In diesem gewalttĂ€tigen Umfeld habe ich XR Rutshuru gegrĂŒndet, um junge Freiwillige durch gewaltfreie Aktionen zu organisieren und zu mobilisieren. Unser Ziel ist, eine partizipative und verantwortungsvolle Verwaltung von Schutzgebieten in der DRK zu fordern.

Zusammen mit anderen assoziierten Bewegungen wie dem Amani Institute ASBL, das ich mitgegrĂŒndet habe, versuche ich, Gemeindemitgliedern zu helfen, sich trotz der tĂ€glichen traumatischen Erfahrungen psychologisch wieder aufzubauen.

Meine BeweggrĂŒnde, eine lokale XR-Gruppe zu bilden, ergaben sich aus diesen Ereignissen, insbesondere der beispiellosen humanitĂ€ren Tragödie in Verbindung mit den bereits akut spĂŒrbaren Auswirkungen der globalen ErwĂ€rmung. Ich habe die Herausforderung angenommen, junge Menschen davon abzuhalten, sich bewaffneten Gruppen anzuschließen, und gemeinsam daran zu arbeiten, einen positiven Wandel in der Gemeinschaft zu bewirken.

Ich habe an Kampagnen wie „Fossil Free Virunga“, „Decolonize Virunga“ und „Fossil Free DRC“ teilgenommen und bin derzeit an der Kampagne #SaveVirunga beteiligt. Wir setzen die kongolesischen Behörden unter Druck, die Ausschreibungen fĂŒr den illegalen Verkauf von 27 Ölblöcken und 3 Gasblöcken zu annullieren, die sich in gefĂ€hrdeten Schutzgebieten befinden. Dazu zĂ€hlt der Virunga-Nationalpark, einer der Ă€ltesten Nationalparks Afrikas, dessen Erhaltung die Lebensgrundlage fĂŒr ĂŒber 5 Millionen Menschen bildet.

Ein Aktivist zu sein bedeutet fĂŒr mich, andere zu befĂ€higen, gemeinsame Ziele zu erreichen. Ich bin stolz darauf, ein Aktivist zu sein, weil ich ĂŒberzeugt bin, dass unser Kampf die Geschichte verĂ€ndern wird. Meine Motivation speist sich aus der Empörung ĂŒber all das, was wir durchmachen. Ich fĂŒhle mich verpflichtet, Gemeinschaften auf die Probleme aufmerksam zu machen, mit denen wir konfrontiert sind, damit wir gemeinsam unsere FĂŒhrer zur Verantwortung ziehen können.

Diese Arbeit wird immer schwieriger, weil sie immer dringender wird. Die Sicherheitslage in unserer regionalen Hauptstadt Goma hat sich inzwischen so stark verschlechtert, dass wir dort keine Aktionen mehr durchfĂŒhren können. Die wiederholten Angriffe von Milizen, die von Ruanda unterstĂŒtzt werden, haben in der Region zu zahlreichen Vertreibungen gefĂŒhrt.

Hunderttausende Menschen leben in Zeltlagern ohne Nahrung, Trinkwasser, sanitÀre Einrichtungen oder DÀcher - von internationalen humanitÀren Organisationen im Stich gelassen. Goma selbst ist am Rande des Zusammenbruchs, da die Dörfer, die die Stadt mit Lebensmitteln versorgen, von Milizen besetzt sind.

Ich wende mich an die XR-Rebell:innen mit der Bitte um ihre SolidaritÀt in dieser Krise, die wir als Folge der ungerechten Aggression Ruandas und seiner mineralgewinnenden Partner durchmachen. Wir fordern ein Ende dieser Heuchelei seitens der internationalen Gemeinschaft. Das Blut des kongolesischen Volkes wurde lange Zeit ungehindert vergossen, und das muss aufhören.

Wenn du einen Rebellen oder eine Rebellin kennst (oder selbst eine:r bist), der oder die eine Geschichte zu erzÀhlen hat, wende dich an xr-newsletter@protonmail.com


Muss man gelesen, gesehen, gehört haben

Rebell:innen in Madrid fordern ein Ende des Zeitalters fossiler Brennstoffe. Foto: Mar Sala

Video: Oil CEO Slammed Over "Inconceivable Greed" (4 Min.)
Ein junger schottischer Klimaaktivist wurde eingeladen, auf der Jahreshauptversammlung von Equinor, dem norwegischen Ölkonzern zu sprechen. Equinor ist fĂŒr das grĂ¶ĂŸte unerschlossene Ölfeld Großbritanniens, Rosebank, verantwortlich. Mit direktem Blick auf den CEO von Equinor und die Vertreter des MehrheitsaktionĂ€rs, der norwegischen Regierung, sprach sie vier Minuten lang die schonungslose Wahrheit.

Artikel: Hoffnungslos und gebrochen: Warum fĂŒhrende Klimawissenschaftler verzweifelt sind
Der Guardian befragte 380 Klimawissenschaftler:innen, wie sie die Zukunft einschĂ€tzen. 77 % glauben, dass die globalen Temperaturen um mindestens 2,5 °C steigen werden, wĂ€hrend 42 % sogar einen Anstieg um mehr als 3 °C steigen erwarten. Nur 6 % sind der Meinung, dass die Grenze von 1,5 °C eingehalten werden kann. Die Befragten sind insgesamt entsetzt. Mit Blick auf die Klimaaktivist:innen sagte ein Wissenschaftler: "All diese jungen Leute waren so geladen, so leidenschaftlich. Da habe ich mir gesagt, ich mache das weiter, nicht fĂŒr die Politiker, sondern fĂŒr euch.

Artikel: Crossing The Rubicon
Ein rebellischer Schriftsteller reflektiert ĂŒber die Zukunft der Welt und unserer Bewegung, nachdem die globalen Durchschnittstemperaturen seit ĂŒber zwölf Monaten den Grenzwert von 1,5 °C ĂŒberschritten haben.

Artikel: Die makroökonomischen Auswirkungen des Klimawandels
Der durch den Klimawandel verursachte wirtschaftliche Schaden wird sechsmal grĂ¶ĂŸer sein als bisher angenommen, so dass eine einseitige Dekarbonisierung selbst fĂŒr große LĂ€nder wie die USA kosteneffizient ist. Das ist die Schlussfolgerung dieses Papiers, das von Wirtschaftswissenschaftlern nach einer Analyse der globalen TemperaturverĂ€nderungen verfasst wurde. Sie kommen auch zu dem Schluss, dass das globale BIP heute um 37 % höher wĂ€re, wenn es zwischen 1960 und 2019 keine ErwĂ€rmung gegeben hĂ€tte. Nehmt das, Neoliberale.


AnkĂŒndigungen

XR Global Support: Wir brauchen deine Hilfe

Offene Stellen ab sofort

Möchtest du dem XR Global Support-Team beitreten und mit Rebell:innen auf der ganzen Welt zusammenarbeiten?

Wir helfen weltweit bei der GrĂŒndung und dem Wachstum lokaler XR-Gruppen, indem wir Schulungen, Ressourcen, technischen Support, Kommunikation und vieles mehr anbieten.

Um lokale Gruppen bestmöglich zu unterstĂŒtzen, brauchen wir neue Rebell:innen, die uns dabei helfen! Alles, was du brauchst, ist Zugang zu einem Computer, ein bisschen Freizeit und ein starkes Engagement fĂŒr den Klimaschutz.

In den folgenden Teams gibt es jetzt freie Stellen: Arts, Onboarding, Regen, Regional Liaisons, Trainings.

Um mehr ĂŒber die Teams und freien Stellen zu erfahren, besuche unsere Website.


Vielen Dank

Ein XR-Öl-Slicker beobachtet, wie Ölmanager zu ihrem Gipfel eilen, um zu beraten, wie sie Afrika und die Welt weiterhin ausbeuten und ruinieren können, wĂ€hrend sie sich die Taschen fĂŒllen.

Vielen Dank fĂŒrs Lesen, Rebell:in. Wenn du Fragen oder Anregungen hast, freuen wir uns, von dir zu hören. Kontaktiere uns unter xr-newsletter@protonmail.com.


Dieser Newsletter wird dir von XR Global Support, einem weltweiten Netzwerk von Rebell:innen, die unsere Bewegung wachsen lassen, zur VerfĂŒgung gestellt. Wir brauchen Geld fĂŒr diese wichtige Arbeit.

Spende, was du kannst



Über die Rebellion

extinction rebellion ist eine selbstorganisierte, dezentralisierte, internationale und politisch unabhĂ€ngige Bewegung, die gewaltfreien zivilen Widerstand einsetzt, um Regierungen dazu zu bewegen, auf gerechte Art und Weise auf die ökologische Krise und den Klimanotstand zu reagieren. Die Menschen in unserer Bewegung kommen aus allen Lebensbereichen und bringen auf unterschiedliche Weise ihre Zeit und Energie ein. Wahrscheinlich gibt es eine lokale Gruppe ganz in deiner NĂ€he, und wir wĂŒrden uns freuen, von dir zu hören. Mach mit 
or erwĂ€ge eine Spende zu machen.