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London

9 OCT | London, UK

Gewissermaßen sinnbildlich für die unterschiedslose Auslöschung von Leben, die zurzeit auf unserem Planeten stattfindet, sammelte die Polizei ungerührt Rebellen von der Straße, 92-jährige ebenso wie Pinkfarbene Oktopusse. Dazu können sie sich auf Gesetze berufen, die nicht zum Schutze des Wohls der Bürger erlassen wurden, sondern zum Schutze eines Status quo unersättlichen Wachstums.

Mit den Festnahmen (600 bisher) war zu rechnen. Überraschend dagegen ist die neue Taktik der gewaltsamen Beschlagnahmung von Unterkünften, Lebensmitteln und Wasser sowie allem, was Behinderten die Teilnahme ermöglicht. In ihrem Bestreben, unsere schlechten Nachrichten zu unterdrücken, ist die britische Regierung offenbar bereit, ihre Fürsorgepflicht für die Bürger zu verletzen und so das Grundrecht auf Protest zu untergraben.

A wheelchair…really?

Ein beschlagnahmter Rollstuhl - ernsthaft??

Trotz dieser Behandlung sind die Rebellen an ihrer Aufgabe gewachsen und glänzen durch Mut und Einfallsreichtum.

Heute gab es eine Vielfalt kreativer, demokratischer, informationsreicher und visionärer Äußerungen des Rebellionsgeistes, die alle einbezog. Mütter stillten ihre Kinder, Alt und Jung kamen in einem eindrucksvollen Die-in zusammen. Es sprachen XR-Gründungsmitglied Gail Bradbrook und der Journalist George Monbiot, und für morgen planen wir Großes am City Airport.

Dies hinterließ einen Eindruck auch beim Vater des Premierministers, und Benedict Cumberbatch war abends ebenfalls mit dabei. Vor allem aber kamen über 400 Abgeordnete zum Parliament Square, um sich einen Baum abzuholen. ‘[Extinction Rebellion] hat den Diskurs verändert’, sagt Labour-Politiker Ed Miliband. Das werden wir auch weiterhin tun.

Dieses Wissen beflügelt uns, wenn wir tagtäglich auf die Straße gehen und dort tun, was wir können.

Weitere Nachrichten von den verschiedenen Standorten gibt es hier:

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Erweiterte Perspektiven in Paris

09. Okt. | Place de Chatelet und darüber hinaus, Paris

In Paris gibt es heute weiterhin keine Festnahmen. Die Rebellen vom Place de Chatelet versuchten die Polizei zu ärgern und ihr Gebiet bis zur betriebsamen Rue de Rivoli auszudehnen und den Zugang zu privaten Bereichen eines McDonalds und eines Louis Vuitton Ladens in der Nähe zu blockieren – aber nichts provozierte eine Reaktion der Polizei. Die Regierung scheint eine bestimmte Strategie zu verfolgen, indem sie wider Erwarten nicht eingreift und die Rebellen in Ruhe lässt..

Vertreter und Aktivisten indigener Völker aus Kolumbien besuchen das Chatelet Camp.

Jenseits der Aktion war es ein Tag des Nachdenkens und der Horizonterweiterung.

Wir hatten Besuch von zwei Vertretern indigener Völker aus Cauca in Kolumbien, María und Samuel. Sie dankten den französischen Rebellen, dass sie sich dem Kampf für Mutter Natur angeschlossen hatten, erinnerten aber auch daran, dass es in ihrem Kampf zu Hause nicht nur um den Erhalt der Natur, sondern auch um das Überleben der indigenen Gemeinschaften geht.

Samuel berichtete, dass allein in der Cauca-Region im letzten Monat 47 Vertreter oder Wachen indigener Stämme getötet wurden. Jeder Tag dort ist ein Aufstand, und es geht täglich um Leben und Tod.

Der Tag endete mit einem Schweigemarsch, mit dem an die 164+ Umweltschützer erinnerte, die 2018 getötet wurden (die wirkliche Zahl ist wahrscheinlich weit höher).

Die Umweltrevolution wird auf Solidarität und interkulturelle Bindungen bauen, oder sie wird scheitern.

Mehr von XR France in der großartigen Gazette.

Chile

6-8 Okt. | Santiago, Chile

Rebellen in Santiago veranstalteten heute im Stadtzentrum ein Die-in. Es gab ein familienfreundliches Die-in auf dem Persa Bío Bío-Markt und eine Blockade der La Alameda, einer der Hauptverkehrsstraßen. Weiterhin sind für diese Woche geplant ‘Heading for Extinction’ Vorträge und Proteste gegen die Fast-Fashion-Industrie im Costanera Einkaufszentrum. Am 12. gibt es einen großen Marsch zur Feier des “El día del Encuentro de Dos Mundos”, an dem der Landung von Christoph Columbus in Amerika 1492 gedacht wird. Die Rebellen werden zur Stelle sein, um an das Erbe des Kolonialismus, Völkermord und Umweltzerstörung zu erinnern.

Südafrika Toxic Gas at Oil & Power Conference

**9. OKT / Kapstadt, Südafrika**

Die Kapstadt-Rebellen protestieren in Biohazard-Schutzanzügen auf einer Energiekonferenz

XR Cape Town und XR Winelands starteten gestern eine gewaltlose Aktion gegen die ‚Africa Oil and Power’ Tagung im Cape Town International Convention Centre. Beim Die-in ‚erstickten’ die Teilnehmer an farbigen Wolken von ‚Giftgas’, um so auf die Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die Umweltzerstörung aufmerksam zu machen, die von dieser Konferenz unterstützt werden.

Auf ihrer Website gibt die Konferenz an, eine Plattform für Länder in ganz Afrika zu sein, wo Ölförderungs- und andere Fossilbrennstoffprojekte vorgestellt und Verträge unterzeichnet werden können. Mit keinem Wort wird erwähnt, welche Leiden mit jedem dieser Projekte auf die Bevölkerung zukommt, die zu den Verletzlichsten der Welt zählt.

Diese Unterlassung zeigt sich vor allem in den Ländern südlich der Sahara, die besonders anfällig sind für den Zusammenbruch des Klimas. Dieses Thema wird von der Regierung und den Medien in Südafrika beharrlich verschwiegen. Hier wird noch jeder neue Gasfund gefeiert, und die Rede von ‚sauberer Kohle‘ wird widerspruchslos hingenommen.

XR Quebec: Party for the Planet

Der IPCC-Bericht, veröffentlicht am 2018, sollte die rote Linie markieren, ab der für das Klima gehandelt werden sollte.

Genau ein Jahr später organisierte XR Quebec eine Party an einer verkehrsreichen Kreuzung in der Innenstadt, um darauf hinzuweisen, wie die Regierung durch Tatenlosigkeit diese rote Linie überschritten hatte. Die Party konnte sich sehen lassen! 200 Menschen kamen zusammen, um das Leben und die Rebellion zu feiern, und zwar mit veganem Kuchen, Papphüten und live Musik.

40 Rebellen wurden verhaftet, weil sie sich weigerten, die Party zu beenden und in den Alltag zurückzukehren. Es entbehrt nicht der Ironie, dass der IPPC-Bericht von genau 40 Ländern zusammengetragen wurde! Das XR-Unterstützungsteam war sofort zur Stelle mit Kopfkissen, juristischer Beratung und gesunden Snacks für die tapferen Rebellen.

XR Australien

Seit Anfang der Frühjahrsrebellion wurden 148 Rebellen in Australien verhaftet. Mindestens48 XR Lokalgruppen nehmen im ganzen Land an gewaltlosen direkten Aktionen teil. Die Rebellen sind entschlossen, so lange Störungen zu verursachen, bis die Regierung zuhört und handelt!

In Melbourne hielten Rebellen eine Mahnwache auf den Stufen des Landesparlaments und marschierten dann durch die Innenstadt, wo sie Flinders Street blockierten, ehe sie von der Polizei gewaltsam entfernt wurden. Stimmung kam heute bei einer civil DISCO-Bedience Veranstaltung in den Straßen Melbournes auf, an der sich Rebellen jeden Alters beteiligten.

Am Mittwoch erhöhte Tasmanien den Druck mit einemBegräbnis für das Leben in Nipaluna / Hobart, das die Generationen darstellen sollte, die es wegen des Klimawandels nicht mehr geben wird.

In einemInterview sagte XR-Rebellin Elly Baxter: “Das Recht auf Protest ist der Grundstein der Demokratie. Die Regierung sollte uns, dem Volk, Rechenschaft ablegen. Im Augenblick legen sie den Fossilbrennstoffkonzernen Rechenschaft ab und vertreten deren Interessen. Damit muss Schluss sein”.